Das Loch das frisst

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Der Hambacher Tagebau  hat eine Betriebsfläche von 4380 Hektar bei einer genehmigten Abbaufläche von 8500 Hektar. Der geschätzte Kohleeinhalt sind 1350 Millionen Tonnen. Jährlich werden bis zu 250 Millionen Kubikmeter Erdreich abgeräumt. Darin befinden sich40 Millionen Tonnen Braunkohle. Das ergibt ein Verhältnis Abraum zu Kohle von 6,3:1. Diese Kohle wirdin den anliegenden Kohlekraftwerken zuerst zu Staub zermahlen und dann mit heißer Luft in eine Brennkammer geblasen um dort bei Temperaturen bis zu 1300 Grad Celsius zu verbrennen. Die chemische Energie der Kohle wird in Wärmeenergie umgewandelt. Mit dieser Wärmeenergie wird Wasser in Kessel erhitzt und es entsteht bei bis zu 530Grad Celsius ein Dampfdruck von etwa 240 bar. Die Wärmeenergie hat sich nun in potentielle Energie umgewandelt.  In der weitern Folge wird der  Wasserdampf durch Rohrleitung in eine Dampfturbine geleitet und treibt dort die Schaufeln an. Es entsteht Bewegungsenergie. In der nächsten Phase treibt die Turbine wiederum den angekoppelten Generator an. In der sogenannten Statorspule des Generators wird die mechanische Rotationsenergie, ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo, mittels Induktion in elektrische Energie umgewandelt. Manheim wird seit 2013 sukzessive umgesiedelt. Dazu wurde 2007 der Antrag auf Aufstellung des Braunkohlenplans Hambach, sachlicher Teilabschnitt Umsiedlung Manheim erstellt und beim Bergamt eingereicht. Die Genehmigung wurde am 8. Juni 2011 von der Landesregierung NRW erteilt. Ab etwa 2022 soll die Ortsfläche dann bergbaulich in Anspruch genommen werden. Das große Problem bei diesem Ablauf ist, dass er einen sehr schlechten Wirkungsgrad (gerade mal 40 % wird in Strom umgewandelt; der Rest geht über die Schornsteine flöten) hat  und das bei der Verbrennung der Kohle etliche Schadstoffe entstehen. Hauptsächlich entstehen Schwefeldioxid, Stickoxide, Ruß und Feinstaub sowie giftige Metalle wie Queck-silber, Blei, Arsen und Cadmium. Das Umweltinstitut München schreibt : “ Allein die Kohlestromproduktion ist für sage und schreibe ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Das zeigt deutlich, dass Klimaschutz und Kohleausstieg eng miteinander verzahnt sind. Braunkohle ist mit einem Kohlenstoffdioxidausstoß von 1161 Gramm pro Kilowattstunde der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger. Erdgas stößt im Vergleich nur etwa ein Drittel davon aus ca. 411 Gramm pro Kilowattstunde. Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu senken. Bis 2011 konnte Deutschland seine CO2-Emissionen bereits um 25 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Seitdem hat sich der Treib-hausgasausstoß jedoch wieder erhöht. Schuld daran ist der Anstieg der schmutzigen Stromproduktion aus Kohle.“ Ganz klar ist: wenn Deutschland nicht schnell eine drastische Reduktion der Kohleverstromung umsetzt, wird die Bundesregierung nicht nur ihre CO2 Sparziele  verfehlen, sondern auch gegen das Pariser Klimaabkommen verstoßen. Die Maßnahmen zum Schutz des Klimas verschaffen der RWE und der Wirtschaft keinen Vorteil. Und die Wirtschaft ist ja anscheinend wichtiger als unsere Umwelt.

Reportage 2018